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Freileitung am abendlichen Horizont (Quelle: StMWi)

FAQ zu PV-Überschuss

Im Rahmen der Energiewende gewinnt die Nutzung von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) zunehmend an Bedeutung. Insbesondere im Sonnenland Bayern können jedoch Herausforderungen auftreten, die die Stabilität des Stromnetzes beeinflussen. In diesem Zusammenhang werden Begriffe wie 'PV-Spitzen‘ ‚Hellbrise‘ und 'Brownout' oft genannt. 

Diese häufig gestellten Fragen (FAQs) bieten Ihnen Informationen zu den Ursachen und Auswirkungen von PV-Überschuss sowie zu den Maßnahmen, die zur Gewährleistung der Netzstabilität ergriffen werden. Informieren Sie sich hier über die wichtigsten Aspekte und erhalten Sie Antworten auf Ihre Fragen zu diesem wichtigen Thema der Energieversorgung und Versorgungssicherheit in Bayern.

Die Bezeichnung PV-Überschuss bezieht sich auf die hohen Einspeisewerte von Solarstrom in das Stromnetz, insbesondere während sonniger Tage, wenn die Stromproduktion von PV-Anlagen am höchsten ist.

Ein PV-Überschuss entsteht, wenn die Stromerzeugung durch PV-Anlagen die Nachfrage übersteigt. Dies geschieht häufig an sonnigen Tagen, wenn viele Anlagen gleichzeitig Strom produzieren.

Ein PV-Überschuss kann zu lokalen Überlastungen im Stromnetz führen, was die Stabilität des Netzes regional gefährden kann.

Bei einer regionalen Überproduktion von Solarstrom wird dieser über die Verteilnetzebenen der Nieder-, Mittel- und Hochspannung auf die Höchstspannung im Übertragungsnetz geleitet. Die einzelnen technischen Komponenten sind dabei für bestimmte Lasten ausgelegt worden. Durch eine zu hohe lokale Einspeisung von Solarstrom können einzelne Komponenten überlastet und dadurch beschädigt werden. 

Nach § 13 a Abs. 1 EnWG müssen PV-Anlagen ab einer installierten Leistung von 100 kWp sowie Anlagen, die jederzeit durch den Netzbetreiber fernsteuerbar sind, auf Anforderung vom Netzbetreiber bei Bedarf abgeregelt werden können. Leider sind nicht alle PV-Anlagen erreichbar und stehen somit dem Netzbetreiber nicht für Eingriffe zur Systemstabilisierung zur Verfügung.

Sie können Ihren Stromverbrauch in den Stunden um die Mittagszeit erhöhen, wenn die Solarstromproduktion am höchsten ist. Nutzen Sie energieintensive Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler oder Wärmepumpen zu diesen Zeiten. Auch das Laden Ihres Elektrofahrzeugs trägt zur Entlastung der Netze bei.

Batteriespeicher ermöglichen es, überschüssigen Solarstrom zu speichern und bei Bedarf abzurufen, wodurch die Einspeisung ins Netz reduziert wird. Wenn der Ladevorgang auf die Stunden um die Mittagszeit gelegt wird, ist der Nutzen für die Stabilität des Stromnetzes am größten. Die technische Umsetzung dieser Maßnahme sollten Sie mit dem Installateur des Batteriespeichers besprechen.

Hausbesitzer mit eigenen Dach-PV-Anlagen profitieren von einem höheren Eigenverbrauch ohnehin, da so der Netzbezug verringert wird. Auch Stromkunden, die einen dynamischen Stromtarif nutzen, profitieren von einem höheren Verbrauch um die Mittagszeit, da die Strombezugskosten an sonnigen Tagen zu dieser Zeit in der Regel niedrig sind. Darüber hinaus profitieren alle von einem stabilen und sicheren Stromsystem.

Ein Brownout ist eine kontrollierte und gezielte Abschaltung, also das Trennen von Verbrauchern vom Stromnetz, und wird nach § 13 Abs. 2 EnWG als letztes Mittel zur Systemstabilisierung genutzt. Die Einleitung des Brownouts verhindert einen weitreichenden Systemzusammenbruch.

Ein aufgrund von einem PV-Überschuss eingeleiteter Brownout dauert in der Regel wenige Stunden. Mit abnehmender Solarstromproduktion können die getrennten Verbraucher wieder zugeschaltet werden.

Nein. Die Stromnetzbetreiber ergreifen kontinuierlich Maßnahmen, um die Einspeisung von erneuerbaren Energien zu optimieren. Ein gezielter Lastabwurf ist das letzte Mittel und wird nur dann eingesetzt, wenn die gesamte Systemstabilität gefährdet ist. Regionale Stromausfälle bzw. Brownouts in Bayern sind also unwahrscheinlich.